Die Werder-Frauen haben ihre Saison mit einem starken Auswärtssieg beendet. Am letzten Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga gewann der SV Werder Bremen mit 3:1 bei Bayer 04 Leverkusen und verabschiedete sich damit siegreich in die Sommerpause. Es war ein Spiel mit viel Druck der Gastgeberinnen, einer starken Vanessa Fischer bei ihrem Bundesligadebüt, viel grün-weißer Leidenschaft und einem passenden sportlichen Schlussakkord für Larissa Mühlhaus.

Vor 1.339 Zuschauer*innen sorgten die vielen mitgereisten Werder-Anhänger*innen in Leverkusen für eine beeindruckende grün-weiße Kulisse. Dieses Auswärtsspiel fühlte sich komplett wie ein Heimspiel an. Die Unterstützung von den Rängen gab diesem Saisonfinale einen besonderen Rahmen und passte zu einem Nachmittag, an dem Werder auf und neben dem Platz noch einmal viel Leidenschaft zeigte.
Cheftrainerin Fritzy Kromp veränderte ihre Startelf im Vergleich zum furiosen 7:0-Heimsieg gegen den FC Carl Zeiss Jena auf gleich fünf Positionen. Die größte Veränderung gab es im Tor: Vanessa Fischer feierte ihr Bundesligadebüt für den SV Werder Bremen, Mariella El Sherif nahm zunächst auf der Bank Platz. Zudem kehrten Michelle Ulbrich und Michelle Weiß in die Abwehrreihe zurück und ersetzten Saskia Matheis sowie Lara Schmidt. Auch Ricarda Walkling und Mara Alber blieben zunächst draußen. Dafür rückten Sarah Gutmann und Medina Dešić in die erste Elf.
Der Start hätte aus Werder-Sicht kaum besser laufen können. Bereits in der 3. Minute kam Maja Sternad im Strafraum zu Fall, Schiedsrichterin Angelika Söder zeigte auf den Punkt. Larissa Mühlhaus übernahm Verantwortung und verwandelte den Strafstoß in der 4. Minute sicher zur frühen 1:0-Führung. Für Mühlhaus war es bereits das 17. Saisontor. Ausgerechnet in ihrem letzten Spiel im Werder-Trikot setzte sie damit früh ein großes Ausrufezeichen.
Leverkusen ließ sich vom frühen Rückstand allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Die Gastgeberinnen übernahmen nach und nach die Spielkontrolle und drückten Werder tief in die eigene Hälfte. In der 16. Minute musste Fischer erstmals stark eingreifen, als die Leverkusenerinnen nach einem Bremer Fehlpass vor dem eigenen Strafraum gefährlich zum Abschluss kamen. Nur wenig später wurde es erneut brenzlig, diesmal nach einer Flanke und einem Kopfball aus kurzer Distanz.
Werder musste nun viel verteidigen. Die Grün-Weißen kamen nach dem frühen Treffer kaum noch sauber nach vorne, hielten aber mit viel Einsatz dagegen. Immer wieder war Fischer gefragt. Die Debütantin wirkte nach einem frühen kleinen Wackler zunehmend sicherer und hielt Werder mit starken Paraden im Spiel.
Auch in der 23. Minute war Fischer zur Stelle, als Leverkusen nach einer Flanke am zweiten Pfosten zum Kopfball kam. Die Werder-Torhüterin packte sicher zu und setzte damit ein weiteres Zeichen. Leverkusen blieb druckvoll, holte viele Eckbälle heraus und suchte immer wieder den Weg in den Bremer Strafraum.
In der 35. Minute wurde es wieder brandgefährlich. Bayer spielte schnell nach vorne, doch Fischer blieb im Eins-gegen-eins stark und parierte mit dem Bein. Werder hatte in dieser Phase wenig Entlastung, verteidigte aber mit viel Einsatz und auch dem nötigen Spielglück.
Kurz vor der Pause wurde es noch einmal richtig hektisch. Leverkusen traf in der Nachspielzeit gleich zweimal Aluminium, Fischer war erneut entscheidend beteiligt, und Werder musste alles hineinwerfen, um die knappe Führung in die Kabine zu retten. Zur Halbzeit stand es tatsächlich 1:0 für die Grün-Weißen. Leverkusen hatte deutlich mehr vom Spiel, doch Werder hatte Mühlhaus, Fischer und eine Mannschaft, die sich in jeden Ball warf.
Zur zweiten Halbzeit wechselte Kromp erstmals. Lara Schmidt kam für Sarah Gutmann in die Partie und absolvierte damit ebenfalls ihre Abschiedsvorstellung im grün-weißen Trikot. Auch sie gehört zu den Spielerinnen, die den Verein nach dieser Saison verlassen. Werder stellte defensiv um und wollte die Räume enger machen.
Leverkusen kam trotzdem weiter mit Druck aus der Kabine. Die Gastgeberinnen drängten auf den Ausgleich, holten weitere Eckbälle heraus und kamen in der 52. Minute durch Cornelia Kramer zu einer guten Möglichkeit, doch der Abschluss ging knapp links vorbei. Kurz darauf musste Lina Hausicke behandelt werden, konnte aber weitermachen.
In der 61. Minute wechselte Werder doppelt. Mara Alber kam für Maja Sternad, Lena Petermann ersetzte Medina Dešić. Nur eine Minute später wurde es dann kurios und aus Bremer Sicht wunderschön effektiv. Nach einer Ecke von Larissa Mühlhaus wurde der Ball am ersten Pfosten unglücklich von den Leverkusenerinnen ins eigene Tor befördert. Plötzlich stand es 2:0 für Werder.
Dieser Treffer zeigte Wirkung. Leverkusen musste noch mehr riskieren, während Werder nun etwas mehr Räume bekam. Trotzdem blieb Bayer gefährlich. In der 70. Minute traf Valentina Mädl den Pfosten. Es war bereits der vierte Aluminiumtreffer der Gastgeberinnen. Ja, Werder hatte an diesem Nachmittag auch das nötige Spielglück. Aber dieses Glück musste sich die Mannschaft durch ihre Leidenschaft und ihre Defensivarbeit auch erarbeiten.
In der 73. Minute fiel dann doch der Anschlusstreffer. Nach einem Eckball kam Cornelia Kramer im Strafraum zum Abschluss und traf zum 1:2. Jetzt war wieder Spannung drin. Leverkusen witterte noch einmal die Chance, während Werder die knappe Führung mit viel Arbeit verteidigen musste. Kurz darauf kam Sarah Ernst für Juliane Wirtz in die Partie. Michelle Weiß sah in dieser Phase noch die Gelbe Karte.
Leverkusen rannte weiter an, aber Werder blieb stabil. Die Bremerinnen verteidigten mit viel Herz, viel Laufarbeit und einer weiterhin starken Fischer im Tor. In der 80. Minute wurde es bei einem direkten Freistoß von Vanessa Fudalla noch einmal knapp, doch der Ball ging hauchdünn am Bremer Tor vorbei.
In der 85. Minute machte Werder dann den Deckel drauf. Nach einem Abschluss konnte Leverkusens Torhüterin den Ball zunächst noch an den Pfosten lenken, doch Lina Hausicke war zur Stelle und drückte den Ball per Kopf aus kurzer Distanz über die Linie. Das 3:1 war die Entscheidung und passte zu diesem Werder-Auftritt: nicht immer spielerisch glänzend, aber wach, entschlossen und in den wichtigen Momenten da.
Kurz vor Schluss wurde es noch einmal emotional. In der 88. Minute verließ Larissa Mühlhaus den Platz, Amira Arfaoui kam für sie in die Partie. Damit endete Mühlhaus’ letztes Spiel im Werder-Trikot mit einem Tor, einer entscheidenden Ecke vor dem 2:0 und am Ende auch mit der Torjägerinnenkrone. Mit 17 Treffern wurde sie alleinige Torschützenkönigin dieser Bundesliga-Saison. Nach dem Spiel wurde ihr die Torjägerinnenkrone offiziell überreicht. Viel passender kann ein Abschied sportlich kaum laufen.
Auch defensiv setzte Werder in den letzten Minuten noch Zeichen. Lara Schmidt verhinderte kurz vor Schluss mit einem starken Tackling an der eigenen Grundlinie eine große Leverkusener Chance. Es war eine dieser Szenen, die zeigen, warum dieser Auswärtssieg trotz des Leverkusener Drucks nicht nur glücklich war. Werder hatte Spielglück, ja. Aber Werder hatte auch Haltung, Einsatz und den Willen, dieses letzte Spiel unbedingt erfolgreich zu beenden.
Am Ende gewinnt Werder Bremen mit 3:1 bei Bayer 04 Leverkusen und beendet die Saison auf Platz sechs und mit starken 43 Punkten. Das ist mehr als nur eine Zahl in der Tabelle. Es ist der verdiente Lohn für eine Mannschaft, die sich über weite Strecken stabil entwickelt, Rückschläge weggesteckt und auch in schwierigen Phasen Haltung gezeigt hat. Gerade vor dem großen Umbruch im Sommer ist dieser Abschluss ein starkes Zeichen. Die Werder-Frauen verabschieden sich nicht irgendwie aus dieser Saison, sondern mit einem Auswärtssieg, viel Leidenschaft und einem richtig guten Gefühl.
Für Leverkusen bedeutete die Niederlage, dass der Sprung auf Platz drei und damit die Qualifikation für die Champions League verpasst wurde. Durch den Frankfurter Sieg im Parallelspiel gegen Union Berlin hätte Bayer aber auch mit einem eigenen Sieg keine Chance mehr auf Rang drei gehabt.
Für die Werder-Frauen ist dieser Sieg ein schöner Abschluss einer besonderen Saison. Nach schwierigen Wochen, vielen bevorstehenden Abschieden und dem Wissen um einen großen Umbruch im Sommer hat diese Mannschaft noch einmal gezeigt, was sie auszeichnet: Zusammenhalt, Widerstandskraft und die Fähigkeit, auch unter Druck Ergebnisse zu ziehen.
Für Larissa Mühlhaus wurde dieser Nachmittag zu einem besonderen Abschied. Ein Treffer im letzten Spiel, ein wichtiger Anteil am zweiten Werder-Tor und nach dem Abpfiff die Übergabe der Torjägerinnenkrone. Mehr sportliche Symbolik geht kaum. Sie verlässt Werder als beste Torschützin der Liga und mit einem Auswärtssieg im letzten Spiel.
Wir gratulieren dem Team zu diesem starken Auswärtssieg und bedanken uns bei allen Spielerinnen, die heute zum letzten Mal das Werder-Trikot getragen haben. Dieser Nachmittag in Leverkusen war kein perfektes Spiel, aber ein sehr passender Abschluss: leidenschaftlich, kämpferisch, emotional und am Ende erfolgreich.
Lebenslang Grün-Weiß.
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