Nach dem starken 4:2 gegen Eintracht Frankfurt wollten die Werder-Frauen in Berlin nachlegen, doch stattdessen erlebten die Grün-Weißen einen bitteren Rückschlag. Beim 1:4 gegen Union Berlin offenbarte Werder über weite Strecken zu viele Fehler, zu wenig Klarheit und insgesamt einen Auftritt, der den eigenen Ansprüchen in keiner Weise gerecht wurde.

Die Werder-Frauen haben beim 1. FC Union Berlin einen in vielerlei Hinsicht enttäuschenden Abend erlebt und in der Google Pixel Frauen-Bundesliga deutlich mit 1:4 verloren. Schon zur Pause lag der SV Werder mit 0:3 zurück. Lia Kamber brachte Union in der 18. Minute in Führung, Verena Wieder unterlief in der 40. Minute ein Eigentor, und Lisa Heiseler erhöhte noch vor der Pause auf 3:0 (45.+1). Nach dem Seitenwechsel traf Hannah Eurlings in der 78. Minute zum 4:0, ehe Lena Petermann in der 85. Minute nur noch der Ehrentreffer gelang. In der Nachspielzeit sah Amira Arfaoui zudem noch die Rote Karte (90.+6).
Mit nur einer Veränderung gegenüber dem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt ging Werder in die Partie in Berlin. Lina Hausicke rückte nach verbüßter Sperre zurück in die Startelf, Lara Schmidt begann diesmal zunächst auf der Bank. Ansonsten setzte Fritzy Kromp auf dieselbe Anfangsformation wie zuletzt.
Dabei begann die Partie aus Bremer Sicht früh in die falsche Richtung zu kippen. Union war von Anfang an wacher, aggressiver und klarer in den Aktionen, während Werder große Probleme hatte, überhaupt sauber ins Spiel zu finden. Die Führung der Gastgeberinnen in der 18. Minute war deshalb verdient.
Die große Chance auf eine Wendung bot sich Werder in der 28. Minute. Nach einem Handspiel zeigte die Schiedsrichterin auf den Punkt, doch Larissa Mühlhaus scheiterte mit ihrem Elfmeter an Nadine Böhi, die auch den Nachschuss parierte. Statt des möglichen Ausgleichs verlor Bremen danach mehr und mehr die Ordnung. In der 40. Minute folgte das Eigentor zum 0:2, ehe Heiseler in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auch noch das 0:3 nachlegte. Damit war der Abend für Werder schon vor dem Pausenpfiff schwer beschädigt.
Auch nach dem Seitenwechsel kam von Werder keine echte Wende mehr. Union blieb die wachere, klarere und entschlossenere Mannschaft, verwaltete das Spiel souverän und setzte weiter Nadelstiche. Das 4:0 in der 78. Minute war die logische Folge eines Abends, an dem Bremen in zu vielen Momenten einen Schritt zu spät kam. Der Treffer von Lena Petermann in der 85. Minute änderte am Gesamtbild nichts mehr, sondern war nur noch Ergebniskosmetik.
So ehrlich muss man es sagen: Das war nicht einfach nur eine Niederlage, sondern ein Auftritt, bei dem Werder in vielen Phasen vieles vermissen ließ. Union war griffiger, konzentrierter und in den entscheidenden Momenten deutlich präsenter. Bremen dagegen wirkte fehleranfällig, unsauber und gedanklich oft nicht voll auf dem Platz. Genau das macht diese Niederlage so bitter, weil sie nicht allein aus der Stärke der Gastgeberinnen entstand, sondern auch aus den vielen eigenen Schwächen, die Werder an diesem Abend zeigte.
Neben allen sportlichen Mängeln bleibt nach diesem Auftritt noch eine andere Frage im Raum. Werder wirkte in vielen Situationen nicht nur fehlerhaft, sondern auch gedanklich nicht voll auf dem Platz. Von außen lässt sich nicht seriös sagen, welche Gründe dahinterstehen. Der Eindruck aber war deutlich, dass es der Mannschaft heute an Konzentration, Klarheit und voller Präsenz gefehlt hat. Und genau deshalb wird man intern auch darüber sprechen müssen, ob es aktuell womöglich zu viele Nebenschauplätze gibt.
Hinzu kommt, dass viele Werderfans vor Ort waren, viel Zeit investiert und teils sogar Urlaub genommen haben, um die Mannschaft in Berlin zu unterstützen. Vor 6907 Zuschauer*innen in der Alten Försterei war der Werder-Anhang deutlich zu hören. Am Support lag es ganz sicher nicht. Die Fans haben ihr Bestes gegeben und hätten für diesen Aufwand und diese Unterstützung heute einen deutlich besseren Auftritt verdient gehabt. Und auch wir vom Fanclub sagen offen, dass uns dieser Abend enttäuscht und verärgert zurücklässt. Nicht allein wegen des Ergebnisses, sondern weil in einem solchen Spiel auch Haltung, Konzentration und ein spürbarer Stolz für dieses Trikot gefragt sind. All das war heute über weite Strecken zu wenig zu sehen.
Nach diesem Abend dürften sich auch die Hoffnungen auf Europa erledigt haben. Werder hat in Berlin nicht nur wichtige Punkte liegen lassen, sondern im Saisonendspurt wohl auch die letzte realistische Chance auf dieses Ziel verspielt.
An dieser Stelle möchten wir die Mannschaft in die Pflicht nehmen und darum bitten sich nicht hinter der Trainerin zu verstecken. Diese steht ja nicht auf dem Platz. Das Team hat für den Auftritt von heute die Hauptverantwortung.
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