Lebenslang Grün-Weiß

Werder Frauen scheitern im DFB-Pokal

Die Werder-Frauen scheiterten im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 0:1 gegen die SGS Essen. Trotz besserer Spielanteile und zahlreicher Torchancen konnte das Team nicht ausgleichen. Die Belastung durch die Länderspielpause sowie die fehlende Ideenvielfalt in der Offensive trugen zur Niederlage bei. Die Unterstützung der Fans war jedoch bemerkenswert und bleibt positiv in Erinnerung.

Die Vorbereitung auf das Pokalduell verlief für die Werder-Frauen jedoch alles andere als optimal. Während der Länderspielpause musste Trainerin Fritzy Kromp auf insgesamt elf Spielerinnen verzichten, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren. Erst zu Beginn der Woche kehrten sie wieder nach Bremen zurück, sodass dem Team lediglich zwei gemeinsame Trainingseinheiten blieben, um sich auf das Viertelfinale vorzubereiten.

Zudem musste Werder kurzfristig eine Änderung in der Startelf vornehmen: Hanna Németh fiel verletzungsbedingt aus, für sie rückte Lara Schmidt in die Anfangsformation.

Entsprechend stellte sich die Anfangsformation wie folgt da: Vor Torhüterin El Sherif bildeten Weiß, Ulbrich, Schmidt und D’Angelo die Abwehrreihe. Im zentralen Mittelfeld agierten Hausicke und Wirtz. Davor übernahmen Sternad, Mühlhaus und Alber die offensiveren Rollen, während Dešić als Sturmspitze auflief.

Auf der Bank nahmen zunächst Fischer (ET), Arfaoui, Walkling, Ernst, Wieder, Gutmann und Penner Platz.

Werder startete engagiert in die Partie. Obwohl die Bremerinnen auswärts im Stadion an der Hafenstraße antraten, sorgten zahlreiche mitgereiste Werder-Fans für lautstarke Unterstützung, sodass die Atmosphäre phasenweise fast an ein Heimspiel erinnerte. Bereits in der 3. Minute ging Dešić im Essener Strafraum zu Boden, doch der erhoffte Elfmeterpfiff blieb aus. Kurz darauf folgte ein erster Schreckmoment für Werder: In der 4. Minute eilte El Sherif aus ihrem Tor, klärte den Ball mit einer Grätsche und prallte dabei mit einer Gegenspielerin zusammen. Die Torhüterin musste kurz behandelt werden, konnte die Partie jedoch fortsetzen. Essen kam in der 8. Minute nach einer Ecke zu seinem ersten Abschluss, der allerdings am Tor vorbeiging.

Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Bremerinnen mehr Kontrolle über das Spiel. In der 13. Minute setzte Hausicke einen abgefälschten Schuss knapp am Pfosten vorbei. Zwei Minuten später blieb Ulbrich nach einer Ecke aufgrund von Knöchelproblemen zunächst vorne, ein Zuspiel auf die Verteidigerin landete jedoch knapp im Abseits. Auch Essen blieb mit einzelnen Aktionen gefährlich. In der 20. Minute setzte sich Kowalski im Strafraum gegen zwei Bremerinnen durch, doch Schmidt konnte ihre Hereingabe rechtzeitig klären.

Werder blieb dennoch die aktivere Mannschaft und suchte weiter den Weg nach vorne. Ein Distanzschuss von Dešić geriet in der 26. Minute zu zentral, um Essens Torhüterin ernsthaft zu prüfen. Kurz darauf kam Mühlhaus nach einer Flanke von Sternad aus spitzem Winkel zum Abschluss, konnte den Ball jedoch nicht druckvoll genug aufs Tor bringen (27.). In der Schlussphase der ersten Halbzeit häuften sich die Bremer Möglichkeiten. Alber setzte sich in der 35. Minute auf der linken Seite stark durch, ihr Abschluss aus spitzem Winkel wurde jedoch von Palmen im Essener Tor pariert. Wenige Minuten später setzte Hausicke einen Kopfball nach einer Flanke von D’Angelo über das Tor (38.)

Kurz vor der Pause meldete sich auch Essen noch einmal gefährlich. In der 41. Minute kam Sterner im Strafraum frei zum Abschluss, verfehlte das Tor jedoch knapp. Zwei Minuten später machte es die SGS besser: Touon nutzte in der 43. Minute den Raum vor dem Strafraum und traf mit einem wuchtigen Schuss ins Eck zum 0:1 aus Werder-Sicht. Werder hatte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch die Chance auf die direkte Antwort, doch Ulbrichs Kopfball nach einer Ecke von Mühlhaus rauschte in der 45.+1 Minute knapp am Tor vorbei. So gingen die Werder-Frauen trotz größerer Spielanteile und einiger guter Möglichkeiten mit einem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause.

Ohne personelle Veränderungen kehrten beide Mannschaften aus der Kabine zurück (47.). Die erste gefährliche Aktion gehörte den Gastgeberinnen: Kowalski zog in der 51. Minute aus rund 20 Metern aus vollem Lauf ab, der Ball strich jedoch knapp über das Tor. Kurz darauf bot sich Werder eine Möglichkeit, nachdem Palmen im Essener Tor einen Pass im eigenen Strafraum zu kurz spielte (55.), doch die Bremerinnen konnten daraus kein Kapital schlagen. In der 56. Minute hatte Werder die bis dahin beste Chance im zweiten Durchgang. Nach einer Flanke von Weiß fiel der Ball gleich zweimal Sternad vor die Füße, doch ihr Abschluss geriet nicht druckvoll genug, sodass Palmen erneut parieren konnte. Werder erhöhte nun den Druck und setzte sich zunehmend in der Essener Hälfte fest (58.), worauf die SGS mit einem Dreifachwechsel reagierte (59.): Sterner, Feldkamp und Pucks verließen das Feld, dafür kamen Fürst, Maier und Meißner.

Werder blieb bemüht, doch Essen verteidigte mit großem Einsatz und setzte immer wieder Nadelstiche. In der 65. Minute kam Kowalski nach Vorarbeit von Fürst aus rund 16 Metern zum Abschluss, verfehlte das Tor jedoch knapp. Auch danach drängten die Bremerinnen auf den Ausgleich (67.), klare Chancen blieben jedoch selten, da sich die Essenerinnen in viele Abschlüsse warfen. Trainerin Fritzy Kromp reagierte in der 72. Minute und brachte Wieder für Dešić. Kurz darauf wechselte auch Essen erneut (75.): Terlinden ging vom Feld, Elmazi kam neu in die Partie.

Mit zunehmender Spieldauer lief Werder die Zeit davon. Hausicke sah in der 78. Minute die Gelbe Karte nach einem Foulspiel, zuvor war auf Essener Seite bereits Kowalski verwarnt worden. In der 80. Minute verhinderte El Sherif mit einer starken Parade gegen Fürst einen weiteren Gegentreffer. Wenig später sah auch Wirtz Gelb (81.). Werder versuchte noch einmal alles und brachte in der 83. Minute mit Ernst für D’Angelo eine zusätzliche Offensivkraft. Essen blieb jedoch gefährlich: Nach einem Handspiel von Schmidt ergab sich eine gute Freistoßposition (84.), kurz darauf setzte Maier einen Abschluss neben das Tor (86.).

In der Schlussphase warfen sich die Essenerinnen in jeden Ball und verteidigten ihre Führung leidenschaftlich (90.). In der Nachspielzeit ergab sich für Werder noch eine letzte große Möglichkeit: In der 90.+4 Minute landete ein Bremer Abschluss an der Latte, ehe Mühlhaus unmittelbar danach noch einmal abzog, jedoch ohne Erfolg. Kurz darauf beendete die Schiedsrichterin die Partie. Damit scheiterten die Werder-Frauen im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 0:1 bei der SGS Essen, und der Traum vom erneuten Finale in Köln war geplatzt.

Fazit: Die Werder-Frauen fanden über weite Strecken nicht zu ihrem Spiel. Insgesamt wirkte die Mannschaft an diesem Abend nicht wie ein geschlossen funktionierendes Team. Gerade nach der intensiven Länderspielphase, in der viele Spielerinnen für ihre Nationalmannschaften im Einsatz waren, machte sich die Belastung deutlich bemerkbar. Einige Akteurinnen wirkten sichtbar müde, während von der Bank nur zweimal gewechselt wurde – eine Entscheidung, die Fragen aufwirft.

So blieb Werder im Offensivspiel häufig ideenlos und fand kaum Mittel, um die kompakt verteidigende SGS Essen ernsthaft unter Druck zu setzen. Insgesamt hinterließ die Leistung den Eindruck, dass sich Mannschaft und Trainerteam kritisch hinterfragen müssen. Derzeit wirkt es so, als stecke das Team in einer schwierigen Phase und suche noch nach Lösungen.

Ein großes Kompliment hingegen gilt den mitgereisten grün-weißen Fans. Sie sorgten über die gesamte Spielzeit hinweg für lautstarke Unterstützung und waren an diesem Abend das Beste, was Werder Bremen zu bieten hatte. Sie hätten heute den Einzug ins Halbfinale verdient gehabt.


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