Der SV Werder Bremen hat sich im DFB-Pokal-Achtelfinale nach 120 intensiven Minuten und einem dramatischen Elfmeterschießen gegen RB Leipzig durchgesetzt. Vor knapp über 1.400 Zuschauerinnen und Zuschauern – darunter 200 bis 300 lautstarke Werderfans – zeigte das Team von Trainerin Friederike Kromp eine kämpferisch herausragende Leistung und belohnte sich am Ende mit dem Einzug ins Viertelfinale.

Die Gäste aus Bremen erwischten den besseren Start und setzten Leipzig sofort mit frühem Pressing unter Druck. Bereits nach 2 Minuten kam Maja Sternad zur ersten guten Möglichkeit, doch ihr Kopfball nach einer Wieder-Flanke verfehlte das Tor. Danach übernahmen jedoch die Gastgeberinnen zunehmend das Kommando. In der 7. Minute setzte sich Baum auf der rechten Seite durch, ihre Hereingabe rutschte unglücklich durch – und Marlene Müller traf per Direktabnahme zum 1:0 für Leipzig. In der 25. Minute musste Mariella El Sherif erneut stark gegen Boboy parieren.
Werder ließ sich davon nicht beeindrucken und fand zurück ins Spiel. In der 37. Minute setzte Wieder per Kopf ein Ausrufezeichen, wenig später folgte der verdiente Ausgleich: Nach einer kurz ausgeführten Ecke nahm Juliane Wirtz in der 43. Minute den Ball technisch stark volley und traf sehenswert zum 1:1. Ein Treffer, der die Gäste zurückbrachte und den grün-weißen Block förmlich explodieren ließ.
Nach der Pause entwickelte sich ein spannendes und intensives Spiel, in dem die Gäste aus Bremen die klar besseren Chancen hatten. In der 60. Minute lief Sternad nach einem präzisen Steckpass von Dešić alleine auf Herzog zu, scheiterte jedoch an der RB-Keeperin. In der 66. Minute war es Wieder, die an Herzog verzweifelte, und in der 75. Minute musste die Torhüterin erneut stark parieren – diesmal gegen Mühlhaus aus kurzer Distanz. Die Gastgeberinnen kamen in dieser Phase kaum noch gefährlich vor das Bremer Tor, während Werder dem 1:2 immer näherkam.
Auch in der Verlängerung blieb Bremen das aktivere Team. Chancen von Mühlhaus (109. Minute), dem Zusammenspiel Beck–Mühlhaus–Pápai (112. Minute), einem 25-Meter-Schuss von Michelle Weiß (116. Minute) und ein weiterer Abschluss von Pápai in der 120.+1 Minute fanden jedoch nicht den Weg ins Leipziger Tor. So ging es nach 120 intensiven Minuten ins Elfmeterschießen.
Das Elfmeterschießen begann mit Chiara D’Angelo, die als erste Schützin der Gäste antrat. Sie blieb vollkommen ruhig und verwandelte sicher ins rechte untere Eck – Herzog war chancenlos. Leipzig antwortete durch Annabel Schasching, die ihren Elfmeter ebenfalls präzise in die rechte Ecke setzte und ausglich.
Als nächste trat Michelle Ulbrich an den Punkt. Die Innenverteidigerin zeigte Nervenstärke und schob den Ball platziert unten links ins Tor. Julia Magerl hielt Leipzig im Rennen, als sie ihren Versuch zentral unter die Latte setzte – erneut war alles offen.
Nun war Juliane Wirtz an der Reihe. Mit großer Entschlossenheit schickte sie Herzog in die falsche Ecke und traf sicher zum 3:2 aus Bremer Sicht. Leipzigs Lisa Baum konterte sofort und verwandelte ihren Elfmeter unten links zum erneuten Ausgleich.
Die Spannung stieg weiter, als Ricarda Walkling antrat. Ihr Versuch wurde von Herzog entschärft – der erste Fehlschuss für Werder. Doch Leipzig konnte den Vorteil nicht nutzen: Lou-Ann Joly scheiterte an Mariella El Sherif, die sich lang machte und den Ball stark abwehrte. Damit war wieder alles ausgeglichen.
Larissa Mühlhaus übernahm Verantwortung und verwandelte ihren Elfmeter abgeklärt unten rechts. Delice Boboy sorgte erneut für Gleichstand, indem sie halbhoch nach links traf.
Als vorletzte Schützin der Gäste trat Hanna Németh an. Sie behielt die Nerven, wählte einen hohen, kraftvollen Abschluss und traf unhaltbar zum 5:4 für Werder. Nun lastete der gesamte Druck auf der Leipziger Schützin Persis Oteng. Sie schoss flach nach links – doch Mariella El Sherif ahnte die Ecke, parierte den Ball und wurde zur Heldin des Abends.
Mit dieser Parade sicherte sie den Gästen aus Bremen den 6:5-Erfolg im Elfmeterschießen und den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.
Nach dem letzten Elfmeter rannten die Spielerinnen direkt in Richtung Gästeblock. Mannschaft mit Trainer*innen- und Betreuer*innentam sowie die Werderfans feierten eng beieinander diesen besonderen Pokalmoment – laut, emotional und voller Erleichterung.
Und an diesem Abend in Leipzig war auf die Werderfans einmal mehr Verlass – sie standen wie eine Wand hinter dem Team, genau dann, als es am meisten zählte.
Entdecke mehr von 1. Offizieller Frauenfussball Fan Club e. V. "SV Werder"
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
