Lebenslang Grün-Weiß

Nordderby im Weserstadion: Werder schlägt den HSV 2:0

Vor 37.000 Zuschauer*innen – Vereinsrekord bei einem Frauen-Heimspiel im Weserstadion – feierten die Werder-Frauen einen reifen 2:0-Derbysieg gegen den Hamburger SV. Beide Treffer erzielte Larissa Mühlhaus per Elfmeter, der Rest war viel Arbeit, Haltung und ein lauter zwölfter Mann (und Frau) auf den Rängen.

Fritzy Kromp setzte auf Mariella El Sherif im Tor sowie eine Startelf um Ciara D’Angelo, Hanna Németh, Michelle Ulbrich und Michelle Weiß hinten, Lina Hausicke, Juliane Wirtz und Maja Sternad im Zentrum sowie Larissa Mühlhaus, Verena Wieder und Medina Dešić in der Offensive.

Werder erwischte den perfekten Start: Nach einem Handspiel zeigte die Schiedsrichterin früh auf den Punkt, Mühlhaus blieb in Minute sechs eiskalt und verwandelte flach zur Führung. Das Tor gab Sicherheit, die Grün-Weißen kontrollierten lange die Räume und zwangen den HSV zu vielen defensiven Laufwegen. Haidner im Hamburger Tor verhinderte mit starken Paraden das mögliche 2:0 – unter anderem gegen Wieder und Dešić – und hielt die Partie offen, sodass es mit einem verdienten, aber knappen 1:0 in die Pause ging.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff meldete sich der HSV mit Wucht: ein Abschluss klatschte an den Pfosten (46.). Im Gegenzug hatte Werder Pech, als Sternad nur eine Minute später ebenfalls Aluminium traf (47.). Die Schlüsselphase entschied Bremen dann wieder vom Punkt: Eine Flanke von Weiß sprang an den Arm einer Hamburgerin, Mühlhaus übernahm erneut die Verantwortung und verwandelte auch den zweiten Strafstoß souverän zum 2:0 (57.). Der HSV steckte nicht auf, suchte den Anschluss, doch El Sherif parierte im Eins-gegen-Eins gegen Brunnthaler herausragend (71.) – das war der Moment, in dem die Kurve noch einmal hörbar anschwoll. Kromp brachte frische Energie (u. a. Amira Arfaoui, später Emöke Pápai und Sharon Beck), und Werder spielte die Führung abgeklärt nach Hause.

Die Atmosphäre passte zum Anlass: Choreos vor Anpfiff, ein Meer aus Schals, Sprechchöre, die in den intensiven Phasen wie eine Druckwelle aufs Feld rollten. Jede Balleroberung, jeder gewonnene Zweikampf wurde gefeiert; nach dem 2:0 trug das Stadion die Mannschaft mit Standing Ovations durch die Schlussminuten – fair begleitet von den mitgereisten HSV-Fans, die ihrem Team trotz Rückstand lautstark den Rücken stärkten.

Unterm Strich ein verdienter Derbysieg, weil Werder die Reife im Spiel gegen den Ball mit Nervenstärke in den Schlüsselmomenten verband. Mühlhaus verwandelte zweimal abgeklärt, El Sherif setzte das Ausrufezeichen mit ihrem großen Save, und die Mannschaft blieb auch in der kurzen Drangphase des HSV stabil. Ein Abend, der sportlich und atmosphärisch hängen bleibt – und zeigt, welche Strahlkraft dieser Standort entfalten kann.


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