Die Saison 2024/2025 war für die Frauenmannschaft des SV Werder Bremen eine aufregende Saison mit dem historischen Einzug ins DFB-Pokalfinale und einem soliden 7. Platz in der Liga. Nach dem Abschied von Trainer Thomas Horsch geht der Verein mit der neuen Trainerin Friederike Kromp in die kommende Saison.

Die Saison 2024/2025 stellte für die Frauenmannschaft des SV Werder Bremen einen besonderen Wendepunkt dar – geprägt von historischer Pokaleuphorie, sportlicher Reife und einem emotionalen Abschied. Bereits der Auftakt in die Spielzeit ließ erahnen, dass mit Werder zu rechnen sein würde: Am ersten Spieltag erkämpfte sich das Team ein spektakuläres 3:3-Unentschieden beim Titelanwärter VfL Wolfsburg – ein starkes Zeichen gegen die Ligaelite.
Es folgte ein souveräner 2:0-Heimsieg gegen Turbine Potsdam, bevor man auswärts in Leipzig eine 0:2-Niederlage hinnehmen musste. Zwar offenbarten die Spiele gegen Bayern München (0:4) und Hoffenheim (0:1) die Grenzen des Teams, doch Werder ließ sich nicht entmutigen: Ein 1:1 gegen Bayer Leverkusen sowie ein starker 1:0-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt zeugten von wachsender Stabilität.
Im weiteren Verlauf der Hinrunde sicherte sich das Team drei wichtige Siege gegen SGS Essen (1:0), Carl Zeiss Jena (1:0) und den 1. FC Köln (4:1). Die Niederlagen zum Jahresabschluss gegen Freiburg (0:3) und erneut Wolfsburg (1:3) trübten die Stimmung zwar leicht, doch insgesamt ging Werder mit einem ausgeglichenen Punktekonto in die Winterpause.
Die Rückrunde begann Ende Dezember mit dem Spiel gegen Wolfsburg, das mit einer 1:3-Niederlage endete. Der Pflichtspielstart 2025 war vielversprechend: Mit einem 4:1-Erfolg in Potsdam knüpfte die Mannschaft direkt an die positiven Ansätze der Hinrunde an. Es folgte allerdings ein Rückschlag mit einem 1:4 zuhause gegen Leipzig. Beim knappen 0:1 in München zeigte Werder zwar eine disziplinierte und kämpferische Leistung, blieb jedoch ohne Punkte.

Mitte Februar folgte eine wegweisende Entscheidung: Cheftrainer Thomas Horsch und der Verein gaben offiziell bekannt, dass sie sich nach der Saison trennen werden. Diese frühzeitige Mitteilung sorgte für Klarheit und leitete eine Übergangsphase ein, die das Team bemerkenswert professionell meisterte.
Sportlich zeigte sich Werder weiterhin kämpferisch: Der 1:0-Heimsieg gegen Hoffenheim wurde zum Highlight der Rückrunde. In Leverkusen musste das Team jedoch mit 0:6 eine der deutlichsten Niederlagen der Saison hinnehmen, gefolgt von einem weiteren Rückschlag gegen Frankfurt (1:4). Doch das Team bewies erneut Moral: Es folgten zwei Siege gegen Essen (1:0) und Jena (3:1).
Zum Saisonabschluss gab es zwei knappe Niederlagen: ein überraschendes 1:2 zuhause gegen Köln und ein 2:3 beim SC Freiburg am letzten Spieltag. Trotz des durchwachsenen Schlussspurts war die Bilanz solide: Werder beendete die Saison mit 29 Punkten auf Platz 7 der Google Pixel Frauen-Bundesliga (9 Siege, 2 Unentschieden, 11 Niederlagen, 30:45 Tore). Beste Torschützin war Larissa Mühlhaus mit 10 Saisontreffern.
Der absolute Höhepunkt der Saison war jedoch der sensationelle Lauf im DFB-Pokal: Nach klaren Siegen gegen Arminia Bielefeld (4:0), Fortuna Köln (3:0) und einem überraschenden 1:0-Erfolg bei Bayer Leverkusen zog Werder ins Halbfinale ein.





Dort wartete der Hamburger SV – und Werder schrieb Geschichte: Vor 57.000 Zuschauer*innen im Volksparkstadion gewann das Team nach Verlängerung mit 3:1 und zog erstmals in der Vereinsgeschichte ins DFB-Pokalfinale ein.




Am 1. Mai 2025 stand Werder Bremen im RheinEnergieStadion in Köln dem FC Bayern München gegenüber. Trotz eines couragierten Auftritts unterlag das Team mit 2:4. Der Einzug ins Finale bleibt dennoch als emotionaler und historischer Höhepunkt bestehen – ein Meilenstein für den Frauenfußball in Bremen.
Mit dem Saisonfinale endete auch die Amtszeit von Thomas Horsch, der den Verein übervier Jahre lang mit einem defensiv kompakten Spielstil und schnellem Umschaltspiel geprägt hatte.
Fazit: Die Saison 2024/2025 wird als Wendepunkt in die Geschichte der Werder-Frauen eingehen: Erstmals im Finale, neue Zuschauerrekorde, sportliche Stabilität – und ein Abschied mit erhobenem Haupt. Bremen darf stolz sein.
Ausblick auf die Saison 2025/26
Ab Sommer 2025 übernimmt Friederike Kromp die sportliche Leitung der Bundesligamannschaft. Der Verein stellt damit die Weichen für die Zukunft – aufbauend auf einer Saison, die nicht nur sportlich stabil, sondern auch emotional wegweisend war.
Mit dem Ende der Ära Thomas Horsch beginnt beim SV Werder Bremen nach der Sommerpause ein neues Kapitel: Friederike Kromp übernimmt zur Saison 2025/26 die Leitung der Bundesligamannschaft. Die frühere U-Nationaltrainerin steht für modernen, strukturierten und spielintelligenten Fußball – und bringt frische Impulse an die Weser.
Nach Jahren der Stabilisierung und eines defensiv geprägten Spielstils unter Horsch, der auf schnelles Umschaltspiel und Konter setzte, soll nun ein stärker ballbesitzorientiertes, aktiveres System etabliert werden. Kromp setzt auf taktische Flexibilität, hohe Spielintelligenz und klare Strukturen im Spielaufbau. In der kommenden Saison wird es darum gehen, kontrollierte Ballzirkulation, gezielte Pressingmomente und mutige Überladungen auf den Außenbahnen stärker ins Werder-Spiel zu integrieren.
Ein zentrales Ziel wird sein, den Spagat zwischen Kompaktheit in der Defensive und mehr Initiative im eigenen Ballbesitz zu meistern. Die neue Trainerin bringt dafür nicht nur tiefes taktisches Know-how mit, sondern auch viel Erfahrung in der individuellen Entwicklung von Spielerinnen innerhalb eines kollektiven Spielrahmens.
Nach dem emotionalen Pokalfinale und dem soliden 7. Platz in der Liga ist die Ausgangslage klar: Werder will den nächsten Entwicklungsschritt gehen – sportlich und strukturell. Die Handschrift von Friederike Kromp soll sich bereits früh in der Saison zeigen. Die Vorbereitung wird entscheidend sein, um Automatismen zu schaffen und die Umstellung im Spielsystem nachhaltig zu verankern.
Werder geht mit Aufbruchstimmung und einer klaren Vision in die neue Spielzeit – getragen von der Hoffnung, aus Kontinuität und neuen Ideen etwas nachhaltig Wettbewerbsfähiges zu formen.
Bilder von Oliver Baumgart
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