
Das letzte Spiel der Werder-Frauen beim VFL Wolfsburg wurde am vorangegangenen Montag in Wolfsburg ausgetragen. Montage sind für viele Stadionbesucher*innen ein richtiges Ärgernis. Kein Wunder das es von dieser Seite Proteste von der Fanseite gibt, die sie dann auch gerne zum Ausdruck bringen möchten. Was jedoch noch ärgerlicher ist wie sowohl von den Medien wie auch von einigen Vereinen damit umgegangen wird.
Wir möchten an dieser Stelle zunächst dem SV Werder Bremen große Anerkennung zollen. Sowohl auf „Platz 11“ als auch im Weserstadion akzeptieren sie, dass die Fans der Heim- und Gastmannschaften ihren Unmut darüber mit Bannern, Plakaten usw. zum Ausdruck bringen. Auf Anfragen dieser gibt es bei Werder Bremen immer folgende Antwort: „Dies ist eure Meinung dazu und ihr habt natürlich das Recht, sie zu äußern.“ Hierfür wird auch keine Zeit angesetzt wie lange die Banner usw. hängen dürfen. Das ist vorbildlich und davon können sich viele andere Vereine eine große Scheibe von abschneiden.
Leider haben einige andere Vereine eine eigenartige Art, mit dem Thema „Montagsspiele“ umzugehen. Wie am vergangenen Montag beim VFL Wolfsburg. Was war da passiert? Einige Fans der Gästemannschaft hatten im Voraus ein Banners beantragt (siehe Foto). Und was geschah? Es wurde tatsächlich genehmigt, was an sich schon lobenswert ist. Doch bereits nach der 5. Spielminute musste das Banner wieder abgehängt werden. Eine besonders aufmerksame Ordnerin war vor Ort, um sicherzustellen, dass das auch passiert. Und was noch erwähnenswert ist: Protest gegen die „Montagsspiele“ gab es nicht nur von Seiten der Gästefans. Auch auf der Nordtribüne hing ein Banner gegen „Montagsspiele“ von Seiten der Wolfsburg-Fans, das zur gleichen Zeit abgenommen werden musste. Einfach nur zum Kopfschütteln, oder?
Es ist wirklich bemerkenswert zu beobachten, wie die Medien solche Themen versucht zu ignorieren. Wir waren Zeugen einer eher eigenartigen Behandlung der Angelegenheit. Am Montag, den 6. November empfing der SV Werder Bremen Eintracht Frankfurt. Wie bei allen Heimspielen haben wir unser Protestbanner im Sitzbereich angebracht. Dabei haben wir nicht darauf geachtet, wo sich die Kameras befanden, sondern es an der üblichen Stelle aufgehängt, wo Platz war. Und durch einen glücklichen Zufall zeigte unser Banner genau auf die Kamera, vor der aus die Sport1-Moderation vor dem Spiel, der Halbzeitpause und nach dem Spiel stattfand. Was folgte, war ein Spektakel, das fast spannender war als das eigentliche Spiel selbst. Die Medienvertreter diskutierten etwa eine halbe Stunde lang, wie und wo sie die Kamera anpassen könnten, um dieses „störende Objekt“ auszublenden und wo sie sich positionieren sollen, damit das Banner nicht sichtbar war. Bei der Betrachtung der Gesamtaufnahme des Spiels (Aufzeichnung) wurde das gewünschte Ergebnis jedoch nicht vollständig erreicht. Folglich zog das Kamerateam für das nächste Heimspiel gegen Bayern München auf eine andere Position um.
Das zeigt, wie sehr die Medien versuchen, das Thema totzuschweigen. Das darf nicht sein. Sowohl die Medien als auch die Vereine sollten eine offenere und transparentere Herangehensweise zu diesem Thema haben. Alle sollten sich ein Beispiel am SV Werder Bremen nehmen, die in diesem Dialog offen mit ihren Fans kommunizieren. Es ist wichtig, dass dieses Thema nicht ignoriert wird und dass hierzu eine transparentere und offenere Haltung zu eingenommen wird.
Wichtig ist für uns dabei zu erwähnen, dass es auch bei den Fans vom SV Werder Bremen und sogar innerhalb unseres Fanclubs unterschiedliche Meinungen dazu gibt. Auch in unseren Reihen gibt es Mitglieder, die positiv zu Montagsspielen stehen. Es gibt hierzu sicherlich auch Argumente, die dafür sprechen. Aber es gibt auch Argumente, die dagegen sprechen, und es ist wichtig, dass beide Seiten von allen – von Fans, Vereinen, DFB und Medienvertretern – offen diskutiert werden müssen. Alles andere schadet auf langer Frist dem Frauenfußball und dem zunehmenden Zuspruch, den dieser aktuell an vielen Orten erfährt.
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