Vor 1.300 Zuschauer*innen im Stadion am Bruchweg mussten die Werder-Frauen über 120 Minuten für das Weiterkommen arbeiten. Die mitgereisten Werderfans trugen das Team mit ihrer lautstarken Unterstützung durch diesen Kraftakt. Auch als auf dem Platz vieles nicht klappte und das erste Tor einfach nicht fallen wollte, ließen sie nicht nach und trieben die Spielerinnen weiter an.
Zwei Wechsel in der Startelf
Fritzy Kromp nahm gegenüber dem 3:0 gegen die TSG Hoffenheim zwei Änderungen in der Startelf vor. Mei Shimada und Elena Dhont begannen für Medina Dešić und Lilli Purtscheller.
Startelf: Fischer – Weiß, Ulbrich, Gutmann, Zieniewicz – Hipp, Wirtz, Jaron – Dhont, Shimada, Vanzeir
Ersatzbank: Farwick – Gmeineder, Dešić, Mahmoud, Mühlemann, Sträßer, Purtscheller, Penner
Viel Stückwerk vor der Pause
Vor der Pause passierte vor beiden Toren wenig. Werder unterliefen im Aufbau viele technische Fehler, zusammenhängende Angriffe waren selten. Für uns vor dem Bildschirm wirkte es, als stecke dem Team die englische Woche in den Beinen. Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken, das 0:0 zur Pause ging deshalb in Ordnung.
Nach der Pause wird Werder gefährlicher
Nach dem Seitenwechsel kam Werder besser ins Spiel. Mei Shimada verpasste in der 47. Minute eine Hereingabe nur knapp mit dem Kopf. Kurz darauf kam Isabella Jaron nach einer Flanke zum Abschluss, erwischte den Ball aber nicht richtig. In der 52. Minute dribbelte sie in den Strafraum und scheiterte mit ihrem Schuss an der Mainzer Torhüterin. Ihr Freistoß von der Strafraumkante ging in der 59. Minute knapp am langen oberen Eck vorbei.
Mainz kam vereinzelt nach vorn, blieb dabei aus unserer Sicht aber weitgehend ungefährlich. Werder hatte nun mehr vom Spiel, brachte den Ball aber nicht im Tor unter.
Auch in Überzahl bleibt das Tor aus
In der 67. Minute sah Vital Kats Gelb-Rot. Werder hatte nun eine Spielerin mehr auf dem Platz und drängte Mainz weiter zurück. Doch in Tornähe fehlten weiterhin die Genauigkeit und die Ruhe, um die Überzahl auszunutzen.
Die Mainzerinnen hielten mit großem Einsatz dagegen. Werder bestimmte zwar das Spiel, fand aber weiterhin keinen Weg ins Tor. So ging es mit dem 0:0 in die Verlängerung.
Gutmann entscheidet die Verlängerung
In der 101. Minute war es endlich so weit: Sarah Gutmann traf zum 1:0. Werder musste die knappe Führung zunächst weiter verteidigen, ehe Gutmann in der 116. Minute mit ihrem zweiten Treffer das 2:0 nachlegte.
Kurz vor Spielschluss musste Vanessa Fischer noch einmal eingreifen: Nach einer Ecke kam Mainz in der Nachspielzeit der Verlängerung gefährlich zum Abschluss. Fischer reagierte stark und verhinderte den Anschlusstreffer.
Gemeinsam feiern nach 120 Minuten
Nach dem Schlusspfiff ging das Team zu den mitgereisten Fans und feierte mit ihnen den Einzug ins Viertelfinale. Nach 120 anstrengenden Minuten war das ein schöner gemeinsamer Abschluss.
Unser Fazit
Spielerisch blieben die Werder-Frauen hinter den beiden vorherigen Auftritten zurück. Im Aufbau unterliefen zu viele Fehler, und auch in Überzahl fehlten häufig die Ruhe und Genauigkeit vor dem Tor. Die Krankheitswelle und drei Partien innerhalb von acht Tagen dürften dabei Kraft gekostet haben und gehören zur Einordnung dieser Leistung dazu. Umso mehr Respekt haben wir vor dem Einsatz der Spielerinnen. Auch als vieles nicht gelang, arbeiteten sie weiter für das Weiterkommen. Für uns war dabei ein Team zu sehen, das zusammenhielt und sich durch einen schwierigen Pokalnachmittag kämpfte. Die mitgereisten Werderfans gaben dafür über 120 Minuten Rückhalt. Dieser Einzug ins Viertelfinale war hart erarbeitet und verdient. Wir ziehen den Hut vor diesem Einsatz und gratulieren den Werder-Frauen herzlich!
Spielstatistik
1. FSV Mainz 05: Schön – Bathmann (106. Fetaj), Berg, Pageler (83. Martin) – Kurishima (90.+3 Junold), Imai, Flach (69. Strickler) – Bouziane (69. Stöhr), Anstatt, Kats
SV Werder Bremen: Fischer – Weiß, Ulbrich, Gutmann, Zieniewicz (91. Sträßer) – Hipp (112. Gmeineder), Wirtz, Jaron (69. Purtscheller) – Dhont (83. Mahmoud), Shimada (69. Dešić), Vanzeir
Tore: 0:1 Gutmann (101.), 0:2 Gutmann (116.)
Gelbe Karten: Bouziane, Yamashita (Cheftrainer) / Wirtz, Hipp
Gelb-Rote Karte: Kats (67.)
Schiedsrichterin: Selina Menzel
Zuschauer*innen: 1.300
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