Von Bremen bis in die entscheidenden Duelle der WM-Qualifikation: Vor 26.574 Zuschauer*innen kehrte Mei Shimada mit Japan ins „Bremer Wohnzimmer“ zurück, während Wiktoria Zieniewicz, Elena Dhont und Luna Vanzeir beim Playoff-Krimi zwischen Polen und Belgien auf unterschiedlichen Seiten um das Weiterkommen kämpften. Österreich nahm ebenfalls die nächste Hürde auf dem Weg zur WM 2027, für Tuana Mahmoud und die Türkei endete dagegen die Qualifikation. Einen erfolgreichen Abschluss feierte zudem Medina Dešić mit Montenegro in Luxemburg.
Ein Abend, viele Geschichten: Während Mei Shimada mit Japan im Bremer Weserstadion zu Gast war, ging es für mehrere ihrer Werder-Teamkolleginnen in der WM-Qualifikation um das Weiterkommen. Besonders dramatisch wurde es zwischen Polen und Belgien, wo sich gleich drei Werder-Spielerinnen gegenüberstanden und erst das Elfmeterschießen die Entscheidung brachte. Österreich nahm dagegen souverän die nächste Hürde, während für die Türkei der Weg zur Weltmeisterschaft 2027 beendet ist.
Dramatischer hätte die Entscheidung zwischen Polen und Belgien kaum ausfallen können. Mit Wiktoria Zieniewicz auf polnischer sowie Elena Dhont und Luna Vanzeir auf belgischer Seite waren gleich drei Werder-Spielerinnen mittendrin. Am Ende brauchte es 120 Minuten und ein Elfmeterschießen, ehe feststand, wer den Einzug in die zweite Playoff-Runde geschafft hatte.
Belgien ging mit einem 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel in die Partie, doch Ewa Pajor (42.) stellte noch vor der Pause den Gleichstand über beide Begegnungen her. Nach dem Seitenwechsel antwortete Amy Littell (51.) für Belgien. Dann überschlugen sich die Ereignisse: In der 66. Minute wurde ein weiterer polnischer Treffer nach VAR-Überprüfung aberkannt, nur eine Minute später durfte Polen doch jubeln. Paulina Tomasiak (67.) traf zum 2:1.
Nach 90 Minuten stand es über beide Begegnungen 2:2. Zu diesem Zeitpunkt waren auch alle drei Werder-Spielerinnen gemeinsam auf dem Platz. Zieniewicz und Dhont hatten von Beginn an gespielt, Vanzeir war in der 70. Minute hinzugekommen. Spielerinnen, die in Bremen Seite an Seite auflaufen, standen sich nun im Nationaltrikot gegenüber – und kämpften auf unterschiedlichen Seiten um das Weiterkommen.
Auch in der Verlängerung blieb die Partie offen. Jarne Teulings (105.) glich für Belgien zum 2:2 aus, ehe Pajor (116.) Polen erneut in Führung brachte. Weil es nach Hin- und Rückspiel damit 3:3 stand, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Dhont wurde unmittelbar zuvor in der 120. Minute ausgewechselt.
Dort rückte auch Vanzeir in den Mittelpunkt. Sie übernahm Verantwortung und trat für Belgien an, konnte ihren Versuch jedoch nicht verwandeln. Schließlich setzte sich Polen mit 4:3 im Elfmeterschießen durch. Für Zieniewicz geht die Reise in der WM-Qualifikation weiter, für Dhont und Vanzeir ist sie beendet – ein denkbar knapper Ausgang nach einem außergewöhnlichen Duell unter Werder-Teamkolleginnen.
Das Weiterkommen ist geschafft, das WM-Ticket aber noch nicht gelöst. In der entscheidenden zweiten Playoff-Runde trifft Polen auf Irland, das sich gegen Kasachstan mit insgesamt 12:0 durchsetzte. Die beiden Spiele finden am 26. November und 5. Dezember statt.
Wesentlich weniger nervenaufreibend verlief der Abend für Österreich. Nach dem 2:1 im Hinspiel stellte Marie Höbinger (7.) früh die Weichen. Lange blieb es bei der knappen Führung, ehe Sarah Puntigam (65.) auf 2:0 erhöhte. In der Schlussphase machten Virginia Kirchberger-Prohaska (86.) und Eileen Campbell (89.) den 4:0-Erfolg perfekt. Mit insgesamt 6:1 steht Österreich damit in der zweiten Playoff-Runde.
Sarah Gutmann stand erneut in der Startelf und spielte über die gesamte Spielzeit. Lilli Purtscheller kam in der 69. Minute für Höbinger in die Partie. Julia Magerl gehörte diesmal nicht zum Kader.
Mariella El Sherif nahm dagegen auf der Bank Platz, nachdem sie im Hinspiel noch über die gesamte Spielzeit das österreichische Tor gehütet hatte. Wie der kicker berichtet, hatte sie am Sonntag im Training einen Schlag auf die Hand bekommen. Ihr Einsatz wurde deshalb nicht riskiert.
In der zweiten Playoff-Runde wartet die Schweiz, die sich gegen Israel mit insgesamt 9:3 durchsetzte. Auch dieses Duell trägt eine kleine Bremer Geschichte in sich: Livia Peng, einst im Werder-Tor, trifft auf Österreich mit Mariella El Sherif, die in Bremen ihre Nachfolge antrat. Die Entscheidung um das WM-Ticket fällt am 26. November und 5. Dezember.
Nach dem 3:3 im Hinspiel war vor dem Rückspiel alles offen. Für die Türkei wurde die Aufgabe allerdings schon früh erheblich schwieriger: Elif Keskin sah in der 28. Minute wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Mehr als eine Stunde musste die türkische Auswahl damit in Unterzahl bestreiten.
Trotzdem hielt die Türkei lange das 0:0. Tuana Mahmoud kam in der 73. Minute beim Stand von 0:0 für Ebru Topcu ins Spiel. Zehn Minuten später fiel die Führung für Slowenien – und ausgerechnet eine alte Bekannte aus Bremen erzielte sie: Die ehemalige Werder-Spielerin Maja Sternad (83.) traf zum 1:0. Mirjam Kastelec (90.+3) sorgte in der Nachspielzeit für den 2:0-Endstand.
Mit insgesamt 5:3 setzt sich Slowenien durch und erreicht die zweite Playoff-Runde. Für Mahmoud und die Türkei ist die WM-Qualifikation dagegen beendet. Für die Werder-Spielerin war es nach ihrem Verbandswechsel die erste Länderspielphase im türkischen Trikot. Nach ihrem Debüt im Hinspiel kam sie auch im Rückspiel zum Einsatz.
Einen ganz anderen, aber nicht weniger besonderen Rahmen hatte der Abend für Mei Shimada. 26.574 Zuschauer*innen kamen ins Bremer Weserstadion, wo Deutschland auf Japan traf. Nur wenige Tage nach ihrem Debüt für die japanische A-Nationalmannschaft gegen Haiti kehrte Shimada damit ins „Bremer Wohnzimmer“ zurück – dorthin, wo auch die Werder-Frauen ihre großen Highlightspiele austragen.
Japan erwischte zunächst den besseren Start. Momoko Tanikawa (15.) brachte die Gäste in Führung, doch Linda Dallmann (28.) glich noch vor der Pause aus. In der zweiten Hälfte erzielte Klara Bühl (73.) den Treffer zum 2:1 für Deutschland.
Shimada nahm diesmal auf der Bank Platz und wurde nicht eingewechselt. Trotzdem dürfte auch diese Partie einen besonderen Platz in ihrer ersten Länderspielphase mit Japans A-Nationalmannschaft einnehmen: Nach ihrem Debüt gegen Haiti war sie nun mit Japan ausgerechnet im Weserstadion zu Gast.
Zum Abschluss geht der Blick nach Luxemburg. Montenegro setzte sich dort deutlich mit 4:0 durch. Nach der frühen Führung durch Kuč (15.) traf Medina Dešić (17./40.) gleich zweimal, ehe Farjalla (50.) kurz nach der Pause den Endstand herstellte. Zusammen mit ihrem Treffer beim 3:2 gegen Bosnien-Herzegowina kommt Dešić in dieser Länderspielphase damit auf drei Tore in zwei Spielen.
Für Wiktoria Zieniewicz mit Polen sowie die österreichischen Werder-Spielerinnen geht die WM-Qualifikation weiter. Das große Ziel ist damit allerdings noch nicht erreicht: Erst in der zweiten Playoff-Runde entscheidet sich, wer das Ticket für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien löst. Polen trifft auf Irland, Österreich auf die Schweiz. Die entscheidenden Begegnungen finden am 26. November und 5. Dezember statt.
Die erste Playoff-Runde ist entschieden. Für Polen und Österreich geht der Weg mit Werder-Beteiligung weiter, während Belgien und die Türkei ausgeschieden sind. Die Entscheidung über die WM-Tickets fällt in der zweiten Runde.
Die zweite Playoff-Runde wird am 26. November und 5. Dezember 2026 ausgetragen. Erst die Siegerinnen dieser Duelle qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien.
5. Dezember: Österreich – Schweiz
5. Dezember: Irland – Polen
| Duell | Hinspiel | Rückspiel |
|---|---|---|
| Slowakei – Griechenland | 26.11. | 05.12. |
| Finnland – Italien | 26.11. | 05.12. |
| Portugal – Island | 26.11. | 05.12. |
| Wales – Norwegen | 26.11. | 05.12. |
| Schweiz – Österreich | 26.11. | 05.12. |
| Schottland – Schweden | 26.11. | 05.12. |
| Polen – Irland | 26.11. | 05.12. |
| Slowenien – Niederlande | 26.11. | 05.12. |
WM-Qualifikation / Play-offs:
UEFA – Women’s European Qualifiers / FIFA Women’s World Cup 2027
Österreich:
Österreichischer Fußball-Bund (ÖFB); kicker – zur vorsorglichen Pause von Mariella El Sherif nach einem Schlag auf die Hand im Training
Deutschland – Japan:
Eigene Beobachtung; ergänzend DFB und Japan Football Association (JFA)
Luxemburg – Montenegro:
Fudbalski savez Crne Gore (FSCG) – offizieller Instagram-Kanal @fscg_official
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