Lebenslang Grün-Weiß

Werder verliert erst in der Nachspielzeit in Wolfsburg I U15 siegen

Diese Niederlage tut weh, der Auftritt macht trotzdem Mut. Die WERDERFRAUEN waren beim VfL Wolfsburg in der ersten Halbzeit das bessere Team, gingen durch Luna Vanzeir und Elena Dhont zweimal in Führung und verloren erst durch zwei späte Gegentore mit 2:3. Die Leistung und die Geschlossenheit der Mannschaft machen dennoch viel Hoffnung für die weitere Saison. Erfreuliches gibt es von der U15, die bei den männlichen C-Junioren des SC Borgfeld III bereits zur Halbzeit mit 1:0 führte und diesen Vorsprung bis zum Schluss verteidigte.

Google Pixel Frauen-Bundesliga · 3. Spieltag
VfL Wolfsburg – SV Werder Bremen
3:2 (0:1)
Tore:
0:1 Luna Vanzeir (14.)
1:1 Mara Alber (58.)
1:2 Elena Dhont (64.)
2:2 Camilla Küver (88.)
3:2 Camilla Küver (90.+4)

Die Antwort gab die Mannschaft auf dem Platz

Vor der Partie stand für einige die Frage im Raum, wie die Mannschaft mit dem kurzfristigen Abschied von Lina Hausicke umgehen würde. Die Antwort gab das Team in Wolfsburg auf dem Platz: sehr gut und vor allem geschlossen. Von Verunsicherung war nichts zu spüren. Werder trat mutig auf, arbeitete füreinander und begegnete dem Tabellenführer über weite Strecken auf Augenhöhe.

Cheftrainerin Fritzy Kromp veränderte ihre Startelf gegenüber dem 2:0-Heimsieg gegen RB Leipzig auf drei Positionen. Wiktoria Zieniewicz, Marie Gmeineder und Lilli Purtscheller standen erstmals von Beginn an für die WERDERFRAUEN auf dem Platz. Sie ersetzten Lina Hausicke, die verletzte Chiara D’Angelo und Elena Dhont.

Jenny Hipp gehörte erstmals zum Werder-Kader. Für ihre ersten Spielminuten kam die Partie nach ihrem kurzfristigen Wechsel allerdings noch zu früh.

Starker Rückhalt aus dem Gästeblock

Unter den 2.698 Zuschauer*innen im AOK Stadion waren auch zahlreiche Werderfans. Sie machten sich immer wieder lautstark bemerkbar, sangen, feuerten die Mannschaft an und bejubelten beide Bremer Führungen leidenschaftlich.

Am Ende mussten sie gemeinsam mit dem Team eine Niederlage verdauen, die aufgrund ihres Zustandekommens besonders schmerzte. Der starke Rückhalt von den Rängen blieb dennoch bis zum Schluss spürbar.

Früher Jubel und eine verdiente Führung

Werder begann selbstbewusst und brachte den Ball bereits in der vierten Minute erstmals im Wolfsburger Tor unter. Nach einer zunächst geklärten Ecke kam der Ball noch einmal hoch in den Strafraum. VfL-Torhüterin Stina Johannes ging im Duell mit Mei Shimada zu Boden, während Isabella Jaron den freien Ball über die Linie schob. Schiedsrichterin Miriam Schwermer hatte die Aktion jedoch bereits unterbrochen, sodass der Treffer nicht zählte.

Davon ließ sich Werder nicht beeindrucken. Die Mannschaft blieb aufmerksam, stand kompakt und suchte auch mit dem Ball immer wieder spielerische Lösungen. In der 14. Minute wurde dieser mutige Auftritt belohnt. Wolfsburg wollte flach aus dem eigenen Strafraum herausspielen, doch Lieske Carleer passte den Ball genau in die Füße von Luna Vanzeir. Die Belgierin blieb ruhig und brachte Werder mit 1:0 in Führung.

Für Vanzeir war es das erste Pflichtspieltor im Werder-Trikot. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt verdient, denn die Bremerinnen wirkten wacher, klarer und insgesamt besser im Spiel.

Wolfsburg kam anschließend durch Cora Zicai zu einigen Abschlüssen, stellte Mariella El Sherif damit aber nicht vor größere Probleme. Werder verteidigte konzentriert und ließ den Gastgeberinnen nur wenig Raum. Auf der anderen Seite kam Lilli Purtscheller kurz vor der Pause in eine gute Position, brachte den Angriff jedoch nicht mehr zum Abschluss.

In der Schlussminute der ersten Hälfte wurde es noch einmal gefährlich. Lara Prasnikar versuchte eine Hereingabe am Fünfmeterraum mit der Hacke weiterzuleiten, wurde dabei aber entscheidend gestört. So nahm Werder die knappe, aber verdiente 1:0-Führung mit in die Kabine.

Wolfsburg wird stärker, Werder antwortet

Nach dem Seitenwechsel hatte Luna Vanzeir den ersten Abschluss. Danach erhöhte Wolfsburg spürbar den Druck und drängte Werder zunehmend in die eigene Hälfte.

In der 58. Minute fiel der Ausgleich. Einen Freistoß von Ella Peddemors köpfte die kurz zuvor eingewechselte Mara Alber freistehend zum 1:1 ins Tor. Ausgerechnet die frühere Werder-Leihspielerin brachte den VfL zurück in die Partie.

Nur zwei Minuten später hatte Werder Glück. Mariella El Sherif eilte aus ihrem Strafraum, spielte den Ball bei ihrem Klärungsversuch jedoch genau zu Peddemors. Deren Abschluss aus großer Entfernung landete auf dem Tornetz.

Die Partie drohte zu kippen, doch Werder fand die richtige Antwort. Eine Ecke von Luna Vanzeir erreichte in der 64. Minute die eingewechselte Elena Dhont, die den Ball per Kopf zum 2:1 ins Tor setzte. Auch für Dhont war es der erste Pflichtspieltreffer für die WERDERFRAUEN.

Nur wenige Augenblicke später lag sogar das 3:1 in der Luft. Mei Shimada verpasste eine Hereingabe knapp. Auch im weiteren Verlauf fehlte der Japanerin bei mehreren guten Möglichkeiten nur wenig zum vorentscheidenden dritten Bremer Treffer.

Chancen auf die Entscheidung bleiben ungenutzt

Die zweite Halbzeit war deutlich ausgeglichener als der erste Durchgang. Wolfsburg entwickelte nun mehr Druck, Werder blieb bei seinen Gegenangriffen aber jederzeit gefährlich.

In der 77. Minute traf Ella Peddemors die Latte. Bei der anschließenden Ecke musste die Bremer Defensive gleich mehrere gefährliche Situationen überstehen. Werder verteidigte leidenschaftlich, konnte sich jedoch nicht mehr dauerhaft aus dem Druck lösen.

Auf der anderen Seite boten sich weiterhin Möglichkeiten, die Partie zu entscheiden. In der 83. Minute setzte Elena Dhont einen Abschluss an die Latte. Es war eine dieser Szenen, die im Rückblick besonders wehtun. Wenige Zentimeter fehlten zum 3:1 und vermutlich zum ersten Werder-Sieg gegen den VfL Wolfsburg.

Zwei späte Gegentore drehen die Partie

Werder ging mit der knappen Führung in die letzten Minuten, bekam die entscheidenden Situationen jedoch nicht mehr sauber verteidigt. In der 88. Minute brachte Svenja Huth den Ball flach vor das Bremer Tor. Camilla Küver war zur Stelle und drückte ihn zum 2:2 über die Linie.

Schon dieser späte Ausgleich war bitter. Doch es kam noch schlimmer. In der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Küver eine weitere Hereingabe zunächst an die Latte. Von dort sprang der Ball knapp hinter die Linie. Wolfsburg hatte die Partie innerhalb weniger Minuten vollständig gedreht.

Kurz darauf war Schluss. Werder stand nach einem starken Auftritt und zwei Führungen mit leeren Händen da.

Unser Fazit

Diese Niederlage ist brutal. Werder führte bis zur 88. Minute mit 2:1, hatte zuvor mehrfach die Chance auf den dritten Treffer und stand ganz dicht vor dem ersten Sieg gegen Wolfsburg. Eine solche Führung muss am Ende konsequenter verteidigt werden. Gegen ein Spitzenteam werden ausgelassene Möglichkeiten und kleine Fehler sofort bestraft.

Genauso klar ist aber auch: Werder war in der ersten Halbzeit das bessere Team und begegnete dem VfL über die gesamte Partie auf Augenhöhe. Selbst als Wolfsburg nach der Pause stärker wurde, fand die Mannschaft eine Antwort und ging ein zweites Mal in Führung. Drei Startelfdebütantinnen fügten sich ein, Luna Vanzeir und Elena Dhont erzielten ihre ersten Pflichtspieltore und auch der Abschied von Lina Hausicke war der Mannschaft nicht als Verunsicherung anzumerken. Das Team trat geschlossen auf und arbeitete füreinander.

Nach drei Spieltagen stehen sechs Punkte und die Erkenntnis, dass Werder auch mit einem der besten Teams der Liga mithalten kann. Die Niederlage schmerzt, doch die Leistung macht ehrliche Hoffnung auf die weitere Saison. Wenn es gelingt, solche Spiele künftig konsequenter zu Ende zu bringen, kann dieses neu formierte Team noch für viel Freude sorgen.

Schon am Freitag wartet mit dem Nordderby gegen den Hamburger SV im Weserstadion die nächste große Aufgabe. Dann gilt es, die Enttäuschung aus Wolfsburg in neue Energie umzuwandeln.

Spielstatistik

VfL Wolfsburg: Johannes – Wedemeyer (78. Bjelde), Kleinherne, Carleer (66. Küver), Bogaert (56. Linder) – Huth, Minge, Peddemors, Zicai (56. Alber) – Vallotto (66. Piljic), Prasnikar

WERDERFRAUEN: El Sherif – Weiß, Ulbrich, Magerl (70. Gutmann), Zieniewicz – Vanzeir (70. Ernst), Wirtz, Gmeineder – Purtscheller (58. Dešić), Shimada (81. Penner), Jaron (58. Dhont)

Tore: 0:1 Vanzeir (14.), 1:1 Alber (58.), 1:2 Dhont (64.), 2:2 Küver (88.), 3:2 Küver (90.+4)

Gelbe Karten: Linder / Vanzeir, Gmeineder

Schiedsrichterin: Miriam Schwermer

Zuschauer*innen: 2.698

Nachwuchs kompakt

U15 startet mit Auswärtssieg

SC Borgfeld III – SV Werder Bremen U15
0:1 (0:1)

Von den U15-Juniorinnen gibt es heute dagegen Erfreuliches zu berichten: Zum Auftakt in die C-Junioren-Landesklasse setzte sich das junge Werder-Team bei den männlichen C-Junioren des SC Borgfeld III mit 1:0 durch. Der entscheidende Treffer fiel bereits in der 15. Minute und sorgte für die 1:0-Führung zur Halbzeit. Im zweiten Durchgang ließ Werder keinen Gegentreffer mehr zu und brachte den knappen Vorsprung erfolgreich über die Zeit.


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Kategorisiert als:1. Frauen, Nachwuchs, News, Pflichtspiele, Top-News

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