Die Werder-Frauen haben auch das zweite Saisonspiel gewonnen. Beim 2:0 gegen RB Leipzig begeisterte das Team besonders in der ersten Halbzeit mit großer Passsicherheit und starken Kombinationen. Mei Shimada und ausgerechnet die ehemalige Leipzigerin Julia Magerl sorgten schon vor der Pause für die Tore. Vor 1.517 Zuschauer*innen wurde Platz 11 wieder zu der Festung, die Werder aus der vergangenen Saison kennt.
Gelungener Heimauftakt mit neuem Tandem
Zum ersten Heimspiel der neuen Saison war die Vorfreude auf Platz 11 deutlich zu spüren. 1.517 Zuschauer*innen sorgten für eine richtig gute Stimmung und gaben dem Stadion wieder jene besondere Atmosphäre, die es in der vergangenen Spielzeit zu einer echten Festung gemacht hatte. Acht Siege und vier Unentschieden standen damals nur einer Heimniederlage gegenüber.
Auch am Mikrofon gab es eine Neuerung. Im Rahmen der neuen Kooperation zwischen Werder und Radio Bremen bildete Britta Uphoff gemeinsam mit Sascha Borchers erstmals das neue Stadionsprecher*innen-Tandem.
Die aktive Fanszene im Heimstehbereich blickte bereits auf die nächste Auswärtsfahrt voraus. Mit dem Banner „Alle nach Wolfsburg – Abfahrt 9:17 Uhr Hbf!“ warb sie für die gemeinsame Anreise zum kommenden Spiel beim VfL Wolfsburg.

Magerl ersetzt die verletzte Gutmann
Cheftrainerin Friederike „Fritzy“ Kromp veränderte ihre Anfangsformation gegenüber dem 2:1-Sieg in Mainz nur auf einer Position. Sarah Gutmann fehlte aufgrund einer leichten Muskelverletzung. Die Untersuchungen hatten zwar keine strukturelle Verletzung ergeben, für das Heimspiel reichte es dennoch nicht.
Für Gutmann rückte Julia Magerl in die Innenverteidigung. Der Sommerneuzugang feierte damit ausgerechnet gegen den ehemaligen Verein das Startelfdebüt für Werder.
Weiterhin nicht zur Verfügung standen Tuana Mahmoud und Caroline Siems, die sich im Aufbautraining befinden. Lena Petermann fehlte wegen Hüftproblemen, Elena Mühlemann aufgrund muskulärer Probleme und Felicia Sträßer wegen ihrer Bänderverletzung.
Passsicher, kombinationsstark und von Beginn an griffig
Werder war vom Anpfiff an hellwach. Besonders in der ersten Halbzeit machte es phasenweise richtig Freude, dem Team zuzusehen. Die Bremerinnen ließen den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen, kombinierten mit Tempo und fanden selbst dann spielerische Lösungen, wenn Leipzig höher anlief.
Die Gäste wirkten erstaunlich schwach und fanden kaum in die Partie. Das lag jedoch nicht nur an einem enttäuschenden Leipziger Auftritt. Werder war in den Zweikämpfen präsent, arbeitete nach Ballverlusten konsequent gegen den Ball und nahm RB mit dem eigenen Gegenpressing immer wieder die Luft.
Die ersten Möglichkeiten ließen nicht lange auf sich warten. In der elften Minute kam Luna Vanzeir frei vor Leipzigs Torhüterin Elvira Herzog zum Abschluss, eine Minute später sorgte Isabella Jaron mit einem Freistoß für Gefahr. Noch fehlte die letzte Genauigkeit.
Shimada belohnt den starken Beginn
In der 22. Minute folgte die verdiente Führung. Lina Hausicke schickte Elena Dhont auf die Reise. Die Belgierin blieb zunächst hängen, doch Michelle Weiß setzte entschlossen nach, ging bis zur Grundlinie und brachte die Flanke genau in die Mitte. Mei Shimada stand richtig und köpfte den Ball zum 1:0 ins Tor.
Für die Japanerin war es bereits der zweite Treffer im zweiten Bundesligaspiel. Wie schon beim Saisonauftakt in Mainz öffnete Shimada damit früh die Tür zum späteren Erfolg.
Werder ruhte sich auf der Führung nicht aus. Die Passsicherheit blieb hoch, die Kombinationen liefen weiter und Leipzig bekam offensiv kaum Zugriff auf die Partie.
Magerl trifft ausgerechnet gegen den Ex-Verein
Fünf Minuten vor der Pause wurde der starke Auftritt ein zweites Mal belohnt. Luna Vanzeir brachte eine Ecke von der rechten Seite präzise vor das Leipziger Tor. Julia Magerl stieg hoch und köpfte den Ball zum 2:0 ein.
Es war eine dieser Geschichten, die der Fußball gerne schreibt: Startelfdebüt für Werder, der ehemalige Verein als Gegner und dann direkt der erste Treffer. Viel passender hätte Magerls Heimdebüt kaum verlaufen können.
Kurz vor der Pause hatte Isabella Jaron sogar das 3:0 auf dem Fuß, ließ die Gelegenheit aber ungenutzt. So ging Werder mit einer hochverdienten Zwei-Tore-Führung in die Kabine. Leipzig blieb im ersten Durchgang offensiv nahezu völlig blass.
Leipzig verbessert sich, Werder bleibt stabil
Nach der Pause veränderten die Gäste ihr Personal und fanden etwas besser in die Begegnung. Die Partie wurde nun ausgeglichener und beide Mannschaften neutralisierten sich über längere Phasen. Werder spielte nicht mehr mit derselben Leichtigkeit wie in den ersten 45 Minuten, verlor aber nie die Ordnung.
In der 60. Minute wurde es erstmals ernsthaft gefährlich. Die eingewechselte Nikee van Dijk und Annabel Schasching spielten sich durch den Bremer Strafraum und brachten den Ball an Mariella El Sherif vorbei. Die aufmerksame Werder-Defensive bereinigte die Situation noch rechtzeitig.
Kromp wechselte in der 67. Minute doppelt. Wiktoria Zieniewicz ersetzte Julia Magerl, Lilli Purtscheller kam für Isabella Jaron. Vier Minuten später schwächte sich Leipzig selbst: Lou-Ann Joly sah nach einem weiteren taktischen Foul die Gelb-Rote Karte.
Trotz der Überzahl gelang es Werder nicht, die Partie mit einem dritten Treffer endgültig zu entscheiden. Leipzig gab sich nicht auf und kam in der 75. Minute durch Delice Boboy zu einer guten Gelegenheit, der Abschluss ging jedoch am langen Pfosten vorbei.
In der 77. Minute kamen Marie Gmeineder und Medina Dešić für Luna Vanzeir und Mei Shimada. Sarah Ernst ersetzte fünf Minuten später Elena Dhont. Werder verwaltete die Führung nun konzentriert und ließ das Spiel trotz einzelner Leipziger Vorstöße nicht mehr kippen.
Den letzten Höhepunkt setzte Mariella El Sherif in der Nachspielzeit. Nikee van Dijk tauchte frei vor ihr auf, doch die Werder-Torhüterin gewann das direkte Duell und hielt die Null fest.
Verdienter Sieg und ein deutlicher Schritt nach vorn
Werder brachte das 2:0 souverän über die Zeit. Vor allem die erste Halbzeit war eine deutliche Steigerung gegenüber dem Auftaktsieg in Mainz. Das Team überzeugte mit sicheren Pässen, flüssigen Kombinationen und guten Lösungen gegen das Leipziger Pressing.
Die zweite Hälfte war weniger spektakulär, dafür kontrolliert. Anders als in Mainz verlor Werder nach dem starken Beginn nicht völlig den Faden. Leipzig wurde zwar gefährlicher, doch die Bremerinnen blieben stabil und ließen die Partie nie ernsthaft kippen.
Mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen ist der Saisonstart perfekt. Zumindest vorläufig steht Werder damit auf dem zweiten Tabellenplatz. Noch wichtiger als die Tabelle ist jedoch der Eindruck dieses Heimauftakts: Platz 11 wirkte wieder wie eine Festung und die Mannschaft zeigte, welches spielerische Potenzial in ihr steckt.
Am kommenden Sonntag, 6. September 2026, wartet um 14:00 Uhr beim ebenfalls noch verlustpunktfreien Spitzenreiter VfL Wolfsburg allerdings eine der schwersten Aufgaben der Saison. Dort wird es eine solche Leistung über die gesamte Spielzeit brauchen. Gegen Wolfsburg sind 90 Minuten Volldampf gefragt.
Spielstatistik
SV Werder Bremen: El Sherif – Weiß, Ulbrich, Magerl (67. Zieniewicz), D’Angelo – Hausicke, Wirtz, Vanzeir (77. Gmeineder), Jaron (67. Purtscheller), Shimada (77. Dešić), Dhont (82. Ernst)
RB Leipzig: Herzog – Norheim (62. Pusztai), Mathys, Mertens, Joly, Schasching, Boboy, Pfister (46. Asgeirsdottir), Tuin (83. Veefkind), Dudek, Simonsson (46. van Dijk)
Tore: 1:0 Shimada (22.), 2:0 Magerl (40.)
Gelbe Karten: Joly, Mathys
Gelb-Rote Karte: Joly (71.)
Schiedsrichterin: Daniela Kottmann
Zuschauer*innen: 1.517
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