Lebenslang Grün-Weiß

DFB U19: Triumph über Österreich im EM-Halbfinale

Manchmal braucht es im Fußball nicht viele große Momente. Manchmal reicht dieser eine Augenblick, auf den eine Mannschaft lange hinarbeitet. Für die deutsche U19 kam er im EM-Halbfinale gegen Österreich in der 109. Minute: Tessa Zimmermann stieg nach einer Ecke am langen Pfosten hoch und köpfte Deutschland mit dem 1:0 ins Finale.

Aus Werder-Sicht war diese Partie ohnehin eine besondere. Mit Felicia Sträßer und Marie Gmeineder standen erneut zwei künftige Werder-Spielerinnen in der deutschen Startelf. Mit Lina Száraz begann zudem eine ehemalige Bremerin, während Maria Penner ebenfalls zum deutschen Spieltagskader gehörte. Auf der anderen Seite arbeitete Werder-Co-Trainerin Michaela Specht im österreichischen Team als Videoanalystin.

Sportlich entwickelte sich von Beginn an die erwartet enge Begegnung. Deutschland übernahm die Initiative, suchte früh den Weg nach vorne und hatte durch Felicia Sträßer bereits in der Anfangsphase erste gefährliche Aktionen. Nach einer Ecke wurde es auch durch Kapitänin Maj Schneider gefährlich, doch Österreichs Torhüterin Vivien Grabenhofer war zur Stelle.

Die DFB-Auswahl hatte mehr vom Spiel, traf aber auf eine österreichische Mannschaft, die sehr kompakt stand, die Räume eng hielt und Deutschland immer wieder zu Geduld zwang. Gerade im Zentrum war wenig Platz. Marie Gmeineder war dabei erneut ein wichtiger Teil des deutschen Spiels, half bei der Absicherung und war in der Verbindung zwischen Defensive und Mittelfeld gefragt.

Eine der besten Möglichkeiten der ersten Halbzeit hatte Felicia Sträßer in der 32. Minute. Nach einer guten Aktion von Helen Börner über die linke Seite kam der Ball in die Mitte. Sträßer stand frei, setzte ihren Abschluss aber über das Tor.

Kurz vor der Pause war die künftige Werder-Spielerin erneut beteiligt. Ihre Flanke fand Emma Memminger, deren Kopfball Österreichs Torhüterin gerade noch entschärfen konnte. Es blieb beim 0:0.

Auch nach der Pause änderte sich wenig am grundsätzlichen Bild. Deutschland blieb die aktivere Mannschaft, Österreich verteidigte mit viel Disziplin und wartete auf die wenigen Möglichkeiten zum Umschalten.

Emma Memminger hatte kurz nach Wiederbeginn die Chance zur Führung, wurde jedoch noch im entscheidenden Moment geblockt. Auf der anderen Seite versuchte Österreich, einzelne Nadelstiche zu setzen, ohne das deutsche Tor dauerhaft unter Druck zu bringen.

Deutschland blieb geduldig. Laila Portella sorgte mit Standards immer wieder für Gefahr, doch Österreich hielt dagegen. Felicia Sträßer arbeitete weiterhin auf ihrer Seite, suchte Wege nach vorne und half zugleich gegen den Ball. Marie Gmeineder blieb auch mit zunehmender Spieldauer ein stabiler Faktor im deutschen Zentrum.

Je länger die Partie dauerte, desto mehr wurde dieses Halbfinale zu einer echten Geduldsprobe. Die Zweikämpfe wurden intensiver, die Räume noch enger und die Kräfte ließen sichtbar nach.

In der 88. Minute fehlten nur wenige Zentimeter zur Entscheidung. Emma Memminger traf die Latte. Doch auch nach 90 Minuten stand es 0:0.

Die Verlängerung musste entscheiden.

Felicia Sträßer hatte zu diesem Zeitpunkt ihren Arbeitstag beendet. Sie wurde in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit durch Tessa Zimmermann ersetzt. Dass ausgerechnet diese Einwechslung später zur entscheidenden Geschichte des Abends werden sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen.

Deutschland blieb auch in der Verlängerung die aktivere Mannschaft. Leonie Köpp versuchte es aus der Distanz, verfehlte das Tor aber knapp. Österreich verteidigte weiter leidenschaftlich und die Partie bewegte sich langsam auf ein mögliches Elfmeterschießen zu.

Dann kam die 109. Minute.

Nach einer deutschen Ecke stand Tessa Zimmermann am langen Pfosten genau richtig. Ihr Kopfball schlug zum 1:0 ein. Nach fast zwei Stunden voller Geduld, Arbeit und vergebener Möglichkeiten war die Erlösung endlich da.

Für Deutschland begann nun die letzte Verteidigungsarbeit des Abends. Österreich warf noch einmal alles nach vorne, doch die DFB-Auswahl brachte die knappe Führung über die Zeit. Marie Gmeineder und Lina Száraz standen dabei bis zum Schluss auf dem Platz.

Maria Penner wurde im deutschen Kader aufgeführt, kam aber leider nicht zum Einsatz.

Mit dem Schlusspfiff war der Finaleinzug perfekt. Für die deutschen Spielerinnen begann der Jubel, während auf österreichischer Seite die Enttäuschung groß war. Auch für Werder-Co-Trainerin Michaela Specht endete damit die EM-Reise mit Österreich im Halbfinale. Sie hatte das Team während des Turniers als Videoanalystin begleitet.

Im Finale wartet nun Spanien. Die Spanierinnen hatten sich im ersten Halbfinale klar mit 3:0 gegen Schweden durchgesetzt.

Das Endspiel findet am Freitag, 10. Juli 2026, um 18:00 Uhr statt.

Für Werder bleibt auch dieses Finale besonders interessant. Felicia Sträßer und Marie Gmeineder könnten ihre starke Europameisterschaft mit einem Titel beenden, Maria Penner gehört ebenfalls zum deutschen Aufgebot und mit Lina Száraz steht eine ehemalige Werder-Spielerin im Kader der Finalistinnen.

Deutschland hat sich diesen Finaleinzug hart erarbeitet. Gegen ein defensiv starkes und sehr diszipliniertes österreichisches Team brauchte es Geduld, Konzentration und am Ende genau diesen einen entscheidenden Moment.

Nun fehlt noch ein Spiel.


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