Die deutschen U19-Juniorinnen sind mit einem deutlichen 5:0 gegen Gastgeber Bosnien-Herzegowina in die Europameisterschaft gestartet. Aus Werder-Sicht war es ein Auftakt mit mehreren interessanten Geschichten: Felicia Sträßer traf doppelt, Marie Gmeineder ordnete das Spiel auf der Sechs, und auch der grün-weiße Blick auf den Kader lohnte sich.

Die deutsche U19-Nationalmannschaft der Frauen hat zum Auftakt der Europameisterschaft in Bosnien-Herzegowina genau das gemacht, was man sich für ein erstes Turnierspiel wünscht: ruhig bleiben, Kontrolle gewinnen und am Ende klar durchziehen. Im FF BH Football Training Centre in Zenica gewann die Mannschaft von DFB-Trainerin Melanie Behringer vor 706 Zuschauerinnen und Zuschauern mit 5:0 gegen die Gastgeberinnen.
Zur Pause stand es nach dem Treffer von Paula Rintzner in der 36. Minute noch 0:1 aus Sicht Bosnien-Herzegowinas. Nach dem Seitenwechsel wurde die deutsche Überlegenheit dann auch im Ergebnis deutlich.
Ein unschöner Moment kam bereits früh in der ersten Halbzeit dazu: Zoe Schick musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. An dieser Stelle wünschen wir ihr ausdrücklich gute Besserung und hoffen, dass es nichts Schwerwiegendes ist.
Aus Werder-Sicht rückte das Spiel schnell in den Fokus. Felicia Sträßer, die zur neuen Saison zu Werder Bremen wechselt, stand in der Startelf und setzte nach der Pause ein echtes Ausrufezeichen. In der 49. Minute traf sie zum 0:2, nur acht Minuten später legte sie das 0:3 nach. Zwei Tore in einem EM-Auftaktspiel, das nimmt man nicht einfach so mit. Gerade für eine junge Spielerin ist das stark, weil solche Spiele nicht nur fußballerisch, sondern auch mental etwas mit dir machen. Sträßer blieb klar, nutzte ihre Momente und hatte damit großen Anteil daran, dass Deutschland das Spiel früh nach der Pause endgültig auf ihre Seite zog.
Auch Marie Gmeineder begann von Anfang an und übernahm auf der Sechserposition eine wichtige Rolle. Sie dirigierte das deutsche Spiel aus dem Zentrum heraus, gab Struktur und war immer wieder Taktgeberin im Aufbau. Das war kein lautes, spektakuläres Spiel für die Galerie, sondern genau diese Art von Arbeit, die einer Mannschaft Stabilität gibt. Gerade in einem Auftaktspiel, in dem Geduld, Ruhe und saubere Entscheidungen gefragt sind, war das ein wichtiger Faktor. In der 72. Minute wurde Gmeineder durch Lany Mia Bäcker ersetzt.
Nach dem Doppelpack von Sträßer erhöhte Emma Memminger in der 71. Minute auf 0:4. In der Nachspielzeit setzte Lany Mia Bäcker mit dem 0:5 den Schlusspunkt. Deutschland zeigte damit nicht nur in der Startelf Qualität, sondern auch von der Bank. Bei einem Turnier mit engem Rhythmus kann genau das noch wichtig werden.
Maria Penner, aktuelle Werder-Spielerin, gehörte ebenfalls zum deutschen Kader, kam in diesem Auftaktspiel aber nicht zum Einsatz. Mit Lina Száraz wurde zur zweiten Halbzeit zudem eine ehemalige Werder-Spielerin eingewechselt. Sie stammt aus Bremen, wurde bei Werder weiter ausgebildet und wechselte im Winter zum 1. FC Köln. Auch das gehört aus grün-weißer Sicht zur Geschichte dieses Spiels, ohne den Blick vom Wesentlichen wegzuziehen.
Ebenfalls eingewechselt wurde Elira Terakaj. Sie war zuletzt in lokalen Medien rund um Werder Bremen ein Thema. In einem Spielbericht zu einer U19-Europameisterschaft sollte aber vor allem ihre sportliche Rolle in der deutschen Auswahl im Mittelpunkt stehen. Alles Weitere gehört nicht in den Vordergrund dieses Spiels.
Am Ende stand ein verdienter und klarer 5:0-Erfolg. Deutschland startete in einer 3-4-3-Grundordnung, Bosnien-Herzegowina im 4-2-3-1. Schiedsrichterin Michaela Pachtova aus Tschechien leitete die Partie. Für die deutsche U19 war es ein Auftakt, der sportlich kaum besser laufen konnte. Früh im Turnier Sicherheit holen, Kräfte verteilen, mehrere Spielerinnen einbinden und gleichzeitig etwas fürs Torverhältnis tun. Genau so will man in eine EM starten.
Für Werder-Fans war dieses Spiel gleich aus mehreren Gründen interessant. Sträßer setzte mit zwei Treffern ein starkes Zeichen, Gmeineder ordnete als Sechserin das deutsche Spiel, Penner bleibt als aktuelle Werder-Spielerin Teil des deutschen EM-Kaders und mit Lina Száraz war auch eine ehemalige Werder-Spielerin beteiligt. Trotzdem gilt gerade bei jungen Spielerinnen: Ein einzelnes Spiel sollte nie zu groß gemacht werden. Entscheidend ist, wie sie sich über das gesamte Turnier hinweg zeigen.
Für Deutschland geht es nun am Dienstag, 30. Juni, um 20:00 Uhr gegen Polen weiter. Nach diesem Auftakt ist die Ausgangslage gut. Für uns bleibt der Blick nach Bosnien-Herzegowina auf jeden Fall spannend.
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